Wie Sie verhindern, dass Sie Ihr Psychotherapeut bei dringenden Problemen auch noch schamlos ausnutzt…

Liebe Leserin, lieber Leser,

was für einen Horror Menschen erleben, die tief in Depressionen stecken und Hilfe brauchen, mussten wir gerade im Spiegel 12/2014 lesen.

„Drei von vier schwer depressiven Menschen werden falsch oder gar nicht behandelt – Ärzte und Psychologen kümmern sich lieber um die leichten Fälle”, lesen wir da.

Und einige Absätze weiter…

„Niedergelassene Psychotherapeuten können sich ihre Patienten aussuchen. Dass mancher von ihnen lieber den Studenten mit Prüfungsangst behandelt als den Senior mit Suizidgedanken, ist ein offenes Geheimnis.”

Und es liegt wohl auch das auf der Hand, was ich und die Betroffenen, mit denen ich gesprochen habe, immer wieder erleben mussten…

Sie kommen mit einem schweren Problem zum Psychologen. Und sie brauchen wirklich Hilfe. Aber der Therapeut ignoriert Ihr Problem und beginnt mit Entspannungsübungen.

Denn das ist leichter für ihn. 50 Minuten Entspannungsübungen bringen ihm genauso viel Geld wie 50 Minuten Einarbeitung in ein echtes seelisches Problem. Und er muss sich für solche Entspannungsübungen auch nicht vorbereiten.

Genauso, wie es leichter ist, einem Studenten die Prüfungsangst kleinzulabern, als einem Senior sofort und gründlich bei der Aufarbeitung seiner Suizidgedanken zu helfen.

Das ist so, wie wenn Sie mit einem gebrochenen Bein zum Arzt gehen und der Ihnen lieber das angeblich verspannte Fußgelenk behandelt.

Während Sie den Mann also dringend bitten, sich um Ihren Beinbruch zu kümmern, ignoriert er das, verspottet Sie vielleicht sogar als untherapierbar und massiert seelenruhig Ihr Fußgelenk… wofür er dann Ihnen oder Ihrer Versicherung eine saftige Rechnung schreibt.

Besonders leicht kann Ihnen so eine „Alternativbehandlung” passieren, wenn Sie sich mit schweren Zwangsgedanken an einen Psychotherapeuten wenden…

Warum soll er sich Ihre Probleme anhören, wenn Sie ihm genauso viel Geld bezahlen müssen, wenn er Ihnen von den Blümchen am Wegesrand erzählt, an denen Sie sich erfreuen sollten… oder von den armen Menschen in Afrika, denen es schlechter geht als Ihnen?

• Bei einer Zwangsgedanken-Therapie müsste Ihnen der Therapeut geduldig zuhören. Wirklich zuhören!

• Er müsste sich bemühen, Ihre Gedanken genau zu verstehen… anstatt sich sofort ein Urteil zu bilden und zu labern

• Er müsste mit Ihnen an die Ursachen Ihrer Zwangsgedanken zurückgehen, versuchen, alles zu verstehen. Das ist mühsam, erfordert mehr Geduld als die Therapie von alltäglichen Kleinproblemen

Es bleibt Ihnen also gar nichts anderes übrig, dass Sie sich im Krisenfall selbst helfen. Selbsthilfe bei Zwangsgedanken? Ja, natürlich. Was sollten Sie sonst tun, wenn es Ihnen wirklich dreckig geht und Ihnen selbst die hochbezahlten Fachleute nicht helfen?

Bisher standen Sie mit dem Problem allein da…

• Kaum ein Leidensgenosse wird Ihnen von seinen Problemen erzählen, weil er Angst hat, dass Sie ihn nicht verstehen oder auslachen

• Zu leicht kann Ihr Therapeut Sie für untherapierbar und verrückt erklären; sollten Sie vor Gericht gehen, wird er beantragen, dass Sie ihn von seiner Schweigepflicht entbinden, damit er Sie öffentlich als Volltrottel hinstellen kann

• Sie finden kaum ein Buch über Zwangsgedanken und (verpatzte) Therapien, da sich kaum ein Autor öffentlich als „verrückt” outen und sich mit der Psychomafia anlegen will

• Wenn Sie stark von Zwangsgedanken gequält werden, sind Sie schwach und greifen Sie nach jedem Grashalm, der sich Ihnen bietet. Sie haben keine Chance, von irgendwoher neutrale Informationen zu bekommen

• Ihr Gegenüber hat schon viele Leute wie Sie vor sich gehabt und weiß, wie er mit Ihnen umgeht. So, dass er mit Ihnen erst gutes Geld verdient, und Sie dann schnell und gefahrlos wieder loswird.

Ja, natürlich erwarten Sie bei dem Buch unten wieder eine Enttäuschung. Wenn sie Zwangsgedanken haben, sind Sie ein geschlagenes, gebranntes Kind. Ich weiß das.

Deshalb sage ich Ihnen hier noch einmal klar, worum es bei dem untenstehenden Buch geht, das ich Ihnen anbiete…

1. Es ist kein wissenschaftliches oder gar ärztliches Handbuch, das Ihnen Zwangsgedanken zu heilen hilft. Ich weiß nicht einmal, ob man Zwangsgedanken überhaupt heilen kann. Darüber mache ich mir allerdings auch keine Gedanken mehr. Hauptsache, ich kann mit Zwangsgedanken leben

2. Dieses Buch ist ausschließlich ein Bericht darüber, was ich erlebt habe. Und ich meine, das ist eine Menge. Mir reicht’s jedenfalls. Diese Erfahrungen gebe ich an Sie weiter, damit Sie nicht genauso allein und einsam dastehen wie ich. Und dass Sie nicht in die gleichen Fallen tappen wie ich

3. Ich schildere Ihnen, was ich zuletzt mit einer „Kapazität” für Zwangsstörungen an einer großen Universität erlebt habe. Diese Frau und ihre Vorgesetzten unterrichten auch heute noch Psychologiestudenten und künftige Therapeuten, haben schon einige tausend unterrichtet… Sie können sich also vorstellen, an wen Sie da auf der Therapeutensuche geraten

4. Sie sehen in diesem Buch, dass Ihnen tatsächlich niemand hilft. Dass es Ihnen noch so dreckig gehen kann. Ich kenne Leute, die sich das Leben nahmen – und auch Psychologen schauten zu, fühlten sich für nichts verantwortlich. Ich meine, es ist wichtig, dass Sie wissen, dass Ihnen auch im äußersten Fall niemand hilft. Das gibt Ihnen Stärke, weil Sie keine Hoffnung mehr darauf verwenden, dass Ihnen doch noch jemand hilft

5. In dem Buch gebe ich Ihnen eine Anleitung, wie ich meine Zwangsgedanken bewältige, damit leben kann und sie loswerde. Weil mir gar nichts anderes übrigbleibt

Natürlich treffen meine Erfahrungen nur auf Erfahrungen mit schlechten Therapeuten zu. Aber ich glaube, davon gibt es zu viele. Und ich habe bisher noch keine Möglichkeiten gefunden, wie ein Mensch in großer Not schnell einen guten, zuverlässigen Therapeuten findet.

Deshalb lohnt es sich für Sie wahrscheinlich, dass Sie hier weiterlesen

Bei Zwangsgedanken geht es oft nicht ohne Selbsthilfe

In meinem Buch „Zwangsgedanken loswerden” schildere ich den Fall eines Familienvaters, den Zwangsgedanken quälen…

Ein Familienvater gibt seiner kleinen Tochter einen Gute-Nacht-Kuss. Verlässt dann das Kinderschlafzimmer, knipst das Licht aus und schließt die Tür.

Zwei Minuten später ist er wieder da. Gibt seiner Tochter wieder einen Kuss, sagt Ihr wieder „Gute Nacht”, verlässt das Kinderschlafzimmer…

Das Ritual kann sich 1.000-mal wiederholen. Bis der zwangsgeplagte Familienvater sich von seiner Frau oder anderen Mitbewohnern beobachtet fühlt und endlich zu Bett geht…

Dort findet er keine Ruhe. Immer wieder prüft er in Gedanken, ob er Read more…

Was Zwangsgedanken sind

Beispiel #1:

Ein junger Mann blockiert das Waschbecken in der Restaurant-Toilette. Er wäscht sich die Hände, wäscht sich die Hände, wäscht sich die Hände.

Zwischendurch reibt er außerhalb des Wasserstroms immer wieder die Finger aneinander und prüft damit immer wieder, ob sich seine Hände noch immer Read more…

Raus aus der Angst davor, dass es nie mehr besser wird

Dieser Blog wurde möglich, weil ich mich nicht mehr schäme….

In den nun fast 50 Jahren, in denen ich mich mit der Störung „Zwangsgedanken” quäle, wurde ich von so vielen angeblich „gesunden” Mitmenschen dermaßen fies, abscheulich und arrogant behandelt, dass ich mich nicht mehr auf der schwächeren Seite sehe.

Im Gegenteil. Der Umgang mit Menschen, die meine Schwächen schamlos ausnutzen, machte und macht mich stark.

Dieser Blog soll Menschen helfen, die an Zwangsgedanken leiden. Zwangsgedanken sind nichts, wofür man sich schämen muss.

Aber wer Hilfe bei Diplom-Psychologen sucht, der Read more…

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